ATU VII | #1 – Das Geheimnis des Wagens

Wie im Himmel,…

Mit der Sommersonnenwende beendet die Natur den Schöpfungsprozess des Frühlings und wandert in die Phase des Sommers, in der sie ihre Kreationen zum Leben erweckt. Die Erde wechselt ihre Maske und vollzieht eine Wandlung, eine weitere Evolution in ihrem rotierenden Tanz durch die Jahreszeit. Die Sommersonnenwende kennzeichnet den Moment, in dem die Lichtkraft vertikal in der Höhe des Zenits steht und den Maximalwert ihrer Ausdehnungskraft erreicht. Mit dem Beginn des Sommers ist das Bewusstsein der Natur hell erleuchtet. In dieser Phase der Jahresuhr öffnet sich die Natur weit nach oben, um sich der Empfängnis des Sonnenlichts zu widmen, das im Sommer vom höchsten Thron des Himmels direkt auf sie hinabstrahlt.

Das astrologische Symbol des Krebs zeigt zwei Wirbel. Einer dreht sich nach außen, ein anderer nach innen. Mit der Sommersonnenwende beginnt die Sonne, die zuvor noch hoch in den Norden strebte, hinab in den Süden zu sinken. In dieser Zeitqualität befindet sie sich in einem Wechselspiel zweier entgegengesetzt strebender Kräfte, in dem der thermodynamische Atem von der Erde aus betrachtet für einen Moment still zu stehen scheint und sich in Polarität durchdringt. 

Die Wintersonnenwende symbolisiert die Geburt des Lichts. In der Nacht des Jahres, dem tiefen Unbewussten der Seele, beginnt das Ausatmen der belebenden Solarkraft. Zur Sommersonnenwende vollendet sich der Prozess und erfüllt mit dem Beginn der Krebsenergie die maximale Ausdehnung seiner Kraft. In diesem Moment geschieht ein Wechsel der Kraft, denn das, was ausgeatmet wurde, beginnt seine Reise zurück und wird erneut eingeatmet.

Das vertikal eintreffende Licht der Krebsenergie aktiviert in den Schöpfungen verborgene Potenzial und lässt deren individuelle DNA hervortreten.  Jede Kreation enthüllt sich in einer einzigartigen Farbe, zeigt ein besonderes Verhalten, offenbart sich durch eine individuelle Form, trägt einen Duft, der nur ihr gehört. Mit der Krebsenergie beginnt die Weltenseele all diese Eindrücke einzuatmen und tief in sich aufzunehmen.

VII | Das Geheimnis des Wagens

 

Aus der Quelle reinen Lichts tritt Metatron in Erscheinung, der sich auf ATU VII als junger Krieger in goldener Rüstung zeigt. In meditativer Haltung hat er auf dem Feuerwagen platzgenommen, vor dem die 4 Cherubim auf den Beginn der Reise des großen Meisters warten. Er ist bereit, ein Abendteuer zu wagen, das den Namen „Thelema & Agape“ trägt.

Der Wagenlenker ist ein Symbol des Willens der Kreation, der aus dem Unbewussten unserer Seele hervortritt, um sich auf den Weg der Entwicklung zu begeben. Der goldene Krieger unternimmt eine Reise der Evolution, eine Erkundungstour seiner Selbst, auf der er sich entwickeln, erfahren und manifestieren wird.

Die Meditation des Wagenlenkers ist die Fähigkeit unserer Seele, sich der Empfängnis zu widmen. Es ist die Kunst, das innere Wasser still zu halten, damit die Lichtkraft in die Tiefe der Seele eindringen kann, um dort ihr Potenzial zu erfüllen. Die Empfangsbereitschaft der Tierkreisenergie Krebs ist besonders ausgeprägt. Die Natur befindet sich in idealer Konstellation, um sich hingebungsvoll noch oben zu öffnen, denn das Licht der Sonne strahlt vertikal vom Thron des Himmels hinab und berührt die Seele in ihrer Tiefe.

Auf seinem Helm trägt der Wagenlenker einen Krebs, das Sinnbild der kardinalen Wasserenergie im Zodiak. Der Herrscher dieser Energie ist der Mond, der Planet der medialen, reflektierenden, weiblichen, transzendenten Urkraft der Weltenseele. Der Essenz des Wassers wohnt die Magie inne, die Lichtkraft zu empfangen und sie in sich aufzunehmen, um von ihr belebt und aktiviert zu werden. Der Krebs auf seinem Helm befindet sich auf der Höhe des Kronenchakras, der Sephira Kether, und verweist an diesem heiligen Ort auf die subtilste aller Kräfte, die auf den Wagenlenker einwirkt und die er im Begriff ist, zu verinnerlichen, um sich von ihrer Magie auf seiner Reise führen zu lassen.  

Der Wagenlenker zeigt sich als Medium zwischen zwei Welten. Aus dem Tor des Lichts tritt er hervor, um sich auf dem Mond zu sammeln. Er symbolisiert eine Seelenqualität, in der sich aktive und passive Kräfte zu einer Intelligenz vereinen, die uns dazu bemächtig, die feurigen Kreationen der Schöpfung in den tiefen Gewässern unserer Seele durch Gefühle und Intuition wahrnehmen. In dieser Qualität geht es um das bewusste Fühlen, Aufnehmen und Integrieren von Bewusstseinseindrücken sowie um die bedingungslose Hingabe an die Kreation.

Wenn Licht, wie im Moment der Sommersonnenwende, vertikal auf die Grenze zweier Welten eintrifft, verändert es seine Richtung beim Austritt durch diese Grenze nicht. Das Licht wird nicht gebrochen und die Information verändert sich nicht. Der Wagenlenker übt sich in Mediation, um die Information, die aus dem Unbewussten in Lichtgeschwindigkeit in sein Bewusstsein strömt, in sich aufzunehmen und sich beleben zu lassen, bevor er seine Elemente durch den Wagen in Bewegung versetzen wird, um das Potenzial seiner Seele auf seiner Reise in Manifestation zu bringen. Er zeigt einen Zustand der Beherrschung, der Selbstkontrolle und der Ruhe im Wandel. Er ruht in Empfangsbereitschaft, um die Eindrücke der Kreation aufzunehmen, bevor er sich auf den Weg macht. Die vier Cherubim vor ihm warten, bis der Held seine inneren Beweggründe wahrgenommen und in tiefer Introspektion erforscht hat. Noch sind sie sich ihrer Richtung nicht ganz bewusst. Zwei blicken nach außen, zwei nach vorne, doch alle vier sitzen.

Im kabbalistischen Lebensbaum verläuft der Weg von „ATU VII“ zwischen Binah und Geburah. Der 18. Pfad verbindet die große Matrix unserer Seele mit unserer inneren Antriebskraft. Auf diesem Weg enthüllt sich der unbewusste Wille und beginnt, auf unsere irdischen Handlungen Einfluss zu nehmen. Der Wagen des Kriegers symbolisiert die Bewegung, Geschwindigkeit, Kraft und den Antrieb, durch den hindurch der Wille in unser Seelensystem reist, um in Raum & Zeit sein Potenzial zu verwirklichen.

Je unbewusster uns unser Wille ist, umso unbewusster wird sich dieser auf unsere Aktivität und unser Wirken auf Erden einwirken. Die Meditation des Wagenlenkers, der das Bewusstsein von Tiphareth symbolisiert, dient dem Krieger, sich seiner wahren inneren Beweggründe bewusst zu werden und zu lernen, sie zu beherrschen, um mit gezielter Kraft auf seine Entwicklung einwirken zu können. „ATU VII – Der Wagen“ lehrt die Weisheit, sich erst dann in Bewegung zu versetzen, wenn man weiß, wohin man die Kräfte lenken möchte, damit sich diese in Einklang mit dem Höheren Selbst verwirklichen zu können.

…, so auf Erden.

 

Der Krebs ruft das „Ich fühle“- Bewusstsein der Seele hervor, durch das hindurch wir empfindsam, sensibel und empfänglich für die Eindrücke unserer Welt werden. Was im Zeichen der Zwillinge noch analytisch betrachtet wurde, gewinnt im Krebs an Gefühl und löst sich vom rein logischen Vorgehen, um tief in seiner Selbst Erfüllung zu finden. Die Krebsqualität dient hier als Medium, die zwischen unserem Verstand (Zwillinge) und den aktiven Handlungen, die wir ausführen, (Löwe) vermittelt. Es ist die Kraft, die die höheren Aspekte der Seele mit ihrem Wirken auf Erden verbindet. In dieser Seelenqualität begegnen uns die Fragen: Wie nehme ich die Eindrücke, die die Schöpfung hervorgebracht hat, nun wahr und welchen Einfluss nimmt diese Wahrnehmung auf meine Seele und auf mein Wirken auf Erden?

ATU VII symbolisiert in unserer Seele die Empfängnis. Es ist die Hingabe, sich aus der Tiefe seiner Selbst zu öffnen, um ohne Widerstand den höheren Willen in sich zu empfangen. Die Mondgöttin repräsentiert in der alten Psychologie die weibliche Urkraft der Weltenseele, die große Göttin des Himmels, in die sich die Sternenkraft ergießt, um sich in ihr zu erfüllen und im Spiegel seiner Selbst zu reflektieren. Es ist die aufnehmende und emotionale Intelligenz, das hingebungsvolle und öffnende Prinzip unserer Seele.  Die subtile Wassermagie dieser Kraft macht uns besonders empfänglich, sensibel, empfindsam und oft auch leicht verletzlich. Es ist die Essenz des Gefühls, die Entwicklung der inneren emotionalen Seelenwelt. Im Wissen um die Abgründe, die uns in den tiefen und dunklen Gewässern unserer Seele begegnen können, sehnen sich Krebse meist sehr stark nach emotionaler Sicherheit. In ihnen herrscht der Wunsch nach Stabilität, der aus dem starken inneren Wanken der Tiefen Gefühlswelt resultiert.

In der Krebsenergie geht es darum, sich seiner Selbst bewusst zu werden, in dem man sich hingebungsvoll für den wahren Willen und die Schöpfung öffnet, um sie im tiefen Inneren aufzunehmen. Diese Energie erlaubt uns, uns unseren eigenen Motivationen bewusst zu werden, den Gefühlen, Bedürfnissen und Impulsen, von denen wir unterbewusst geleitet und geführt werden. Es ist das Erkennen wie auch die Akzeptanz unserer persönlichen Facetten –  ob Stärke oder Schwäche, ob Phantasie oder Realität.

Wesen, die einen besonders starken Bezug zu dieser Seelenkraft haben, haben oft hohe mediale Fähigkeit. Sie vermitteln zwischen dem Verborgenen und dem Offenbarten, erfahren sich in einem Zustand zwischen zwei Welten, der nicht ganz hier und nicht ganz dort ist. Sie leben in einer gewissen Zeitlosigkeit, in einem Zustand der Schwebe. Je ausgeprägter die Krebsenergie in uns wirkt, umso dünner wird der mediale Schleier und umso größter wird die Öffnung, durch die sie den Höheren Willen in sich fließen lassen, um ihn in der Tiefe ihres Seins zu empfangen.

 

Love is the law,
die O.

Tierkreiszeichen: Krebs

Kabbalistischer Lebensbaum: 18. Pfad; BinahGeburah

Hebräischer Buchstabe: Cheth 

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