30 Dez, 2020

ATU IX | #1 – Der Eremit im Tarot

Hi, ich bin O. Der Eremit im Tarot bewahrt das Geheimnis unseres inneren Seelenführers, der sich als alter Weiser zeigt und das Bewusstsein der Weltenseele in die Unterwelt führt.

 

 

WIE IM HIMMEL,…

In der Zeitqualität des Eremiten strebt die Sonne Equinox entgegen, der Tag- und Nachtgleichen, durch die hindurch die Sonne von der solaren Hälfe des Tierkreises in die lunare Hälfe wandert – hinein in die okkulte Nacht der Weltenseele. In dieser Jahreszeit steigt die Sonne immer tiefer hinab in den Süden und verlässt den Thron des Himmels, auf dem sie sich noch zu Beginn des Sommers strahlend präsentierte, ums ins Innere des Bewusstseins unserer Welt zurückzukehren.

 

DER SONNENUNTERGANG IM JAHRESKREISLAUF

Es ist ein besinnlicher Moment, wenn die Sonne, der herrschende Stern unseres Himmels, am Abend über den Horizont zurück in die Nacht wandert. Im Jahreskreislauf symbolisiert der Eremit das Tierkreiszeichen Jungfrau, den Sonnenuntergang und das Ende des solaren Schöpfungsprozesses. Es sind die letzten 30 Grad im Kreislauf unserer Erde, in denen das Bewusstsein mehr Licht als Schatten erfährt.

Der solare Kraftstrom des Zodiaks beginnt mit der Tierkreisenergie Widder. Diese Zeitqualität kennzeichnet den Sonnenaufgang im Jahreskreislauf, durch den das Sonnenlicht über dem Horizont der Jahresuhr aufsteigt und seinen Siegeszug zelebriert, der alles durch die Kraft der Sonne in das Sichtbare zieht, mit solarer Energie belebt und die Natur in die Entwicklung schickt. Dieser Entwicklungs- und Offenbarungsprozess vollendet sich im Tierkreiszeichen Jungfrau, das den Abschluss des solaren Halbjahres bildet. Unter der Sonne der Jungfrau schließt sich der solare Reifeprozess und die Natur bringt ihre letzten Reichtümer hervor, die bereit sind, geerntet zu werden.

 

ATU XI | DER EREMIT IM TAROT

Im Thoth Tarot von Aleister Crowley begegnet uns der Eremit als Psychopompos, unser Seelenführer, der als der alte Weise im Wald erscheint, um uns mit dem Licht seiner magischen Lampe den Weg zurück in die Dunkelheit zu weisen. Der Eremit wirkt wie ein großes Mysterium. Er ist ein einsamer Wanderer in der Nacht, der sein Gesicht vor uns verbirgt und seinen Körper vollständig in einen dunkelroten Mantel hüllt. Die Tarotkarte verrät nicht, woher er stammt, noch wohin er geht, doch das Bild zeigt, dass der geheimnisvolle Zauberer seine Aufmerksamkeit auf das Weltenei gerichtet hat, um das herum sich eine regenbogenfarbene Schlange windet.

Der Eremit steht am Ende des solaren Zyklus des Jahreskreislaufes, durch den hindurch die Sonne zurück in die Unterwelt strebt. So wie es scheint, als würde sich die Sonne im Tierkreiszeichen Jungfrau zurückziehen, so zieht sich auch das Licht im Bewusstsein des Eremiten in das Innere unsere Welt zurück. Die Kraft des Eremiten befähigt uns, mit Weisheit und in Reife auf den bisherigen Lebensweg und die Schöpfungen, die das Bewusstsein hervorgebracht hat, zurückzublicken. Er lehrt uns eine achtsame Besinnung.

Als der Sonnenuntergang im thermodynamischen Wandel der Weltenseele symbolisiert der Eremit den Hüter vor der Schwelle, der uns auf unserer Reise durch das innere und äußere Bewusstsein zu einem bewussten Eintauchen in das Unterwelt, dem Vordingen in das Mysterium, einlädt.

 

DIE LAMPE

In seiner linken Hand trägt der Eremit eine oktaederförmige Lampe, von der es heißt, dass aus ihr heraus die Strahlen des Willens, der Liebe, der Intelligenz, der Harmonie, des Wissens, der Hingabe und der Magie in das Bewusstsein unserer Seele strömen.

Die Lampe in seinen Händen trägt eine sehr mystische Bedeutung. Das Flamme in ihrem Inneren symbolisiert ein Licht aus dem Jenseits, das im Diesseits entflammt und in diesem Moment in der verborgenen Welt verschwindet, um uns zu erscheinen und das Bewusstsein zu erleuchten. Dieser Grundsatz folgt dem Gesetz der Ausgleichung der universalen Polarität, die durch den Oktaeder in seiner Hand manifestiert wird. Das Bewusstsein, in das uns der Eremit führt, lädt uns zur einer bewussten Rückbesinnung ein und führt unsere Seele in die Kontemplation, in der wir unseren Geist wie die Sonne des Himmels über den Horizont zurück das unbewusste Mysterium führen und als Flamme zwischen den Welten vermitteln.

 

Der Eremit im kabbalistischen Lebensbaum

Im kabbalistischen Lebensbaum verläuft der Seelenweg des Eremiten auf dem 20. Pfad, der die beiden Sephiroth Chesed und Tiphareth miteinander verbindet. Chesed ist die Sephira der Manifestation, des Raumes und des offenbarten Universums. Durch Chesed bekommen die Erscheinungen unseres Bewusstseins eine Form, durch die hindurch sie sich ausdrücken und offenbaren können. Tiphareth ist unserer Seelenmitte und das all-koordinierende Zentrum des Lichts, das in unserem Inneren wirkt. Zwischen den beiden Sephiroth verläuft der 20. Pfad im kabbalistischen Lebensbaum, dem die Glyphe Jod zugeordnet ist, die kleinste der 22 Glyphen des Lichts, die den Schöpfungsprozess unseres Bewusstseins symbolisieren. Jod ist ein Sinnbild der geheimen Flamme unseres Inneren.

 

Jod

Der Eremit erscheint in Form des hebräischen Buchstaben, mit dem die Formel des Tetragrammatons, JHVH, beginnt. Das Tetragrammaton symbolisiert die vierfache Aktivität des Geistes, durch die hindurch das schöpferische Feuer der Kreation, Jod, zum Ausdruck kommt und das Bewusstsein schafft, in dem sich der Wille entwickeln und manifestieren kann. Die Glyphe ist ein Sinnbild der geheimen inneren Flamme, des Samens, der Initiation und des inneren Lichts, aus dessen verborgenen Allmacht die Manifestation des Universums in Erscheinung tritt, in der wir die Botschaften des Willens der Kreation wahrnehmen können.

 

…,SO AUF ERDEN.

So wie uns der Sonnenuntergang am Ende des Tages erwartet, um uns in die Nacht zu führen, so erwartet uns auch der Eremit am Ende des schöpferischen, solaren Prozesses, um unsere Seele wieder in das Unbewusste zu begleiten. Auf unserer Reise der Tarot führt uns der Eremit in eine Phase, in der wir zurückblicken und uns dem Weg der Kreation bewusst werden.

 

Das veränderliche Erdelement unserer Seele

In unserer inneren psychospirituellen Dynamik symbolisiert diese Tarotkarte das Tierkreiszeichen Jungfrau, das dem veränderlichen Erdelement der Weltenseele entspricht. Die Zeitqualität der Jungfrau, mit der sich der Sommer vollendet, ist die Zeit der Ernte, in der unsere Erde die Reichtümer der Schöpfung abwirft und sie als eigenständige Kreationen hervorbringt. Das Erdelement verkörpert die Manifestationskraft der Weltenseele, durch die hindurch sich der solare Wille der Schöpfung in Materie ausdrückt und vollendete, sonnengereifte Gebilde in Erscheinung treten lässt.

Sobald sich eine Idee in unserem Bewusstsein vollständig manifestiert und ihren Willen präsentiert, beginnt sie, sich wieder zu wandeln und tritt in den Prozess der Umkehr. Die Intelligenz, die durch den Eremiten transportiert wird, ist unsere Fähigkeit, unsere Gedanken, Triebe, Emotionen, Träume, inneren und äußeren Bilder als eigenständige Erscheinungen zu erkennen und sich gleichzeitig ihrer Vergänglichkeit bewusst werden. Als der Hüter vor der Schwelle führt uns der Eremit zum Tor unserer Seele, durch das unser Geist wieder zurück ins Unbewusste gelangt und mit ihm alle Schöpfungen, die er in seiner solaren Zeit hervorgebracht hat.

 

Erkenntnis

Das Geheimnis, das der Eremit im Tarot für uns bewahrt, ist die Erkenntnis, die am Ende des bewussten Prozesses auf uns wartet und geschöpft werden will, um verinnerlicht werden zu können. Die Tarotkarte zeigt den alten Weisen zurückblickend und in tiefer Kontemplation. Er symbolisiert die Fähigkeit unserer Seele, die Erscheinungen des inneren wie äußeren Universums besonnen zu betrachten. In seiner Rückbesinnung wählt der Eremit den Weg der Religion. Das lateinische Wort religare bedeutet so viel wie „verbinden, anjochen, vereinen“ und bezieht sich auf die Geisteskunst, durch die Manifestationen unseres Bewusstseins den in ihnen verborgenen, spirituellen Sinn ihres Lebens zu erkennen, in dem man sich dem Prozess bewusst wird, der beide miteinander verbindet. Es ist die Verbindung zwischen dem okkulten Willen und der offenbarten Manifestation, durch die hindurch wir Erkenntnis schöpfen und Weisheit gewinnen.

Die Versenkung, in der sich der Eremit zeigt, ist die tiefe Besinnung, sich mit dem Jod – dem in der Materie verborgenen Geist – in Liebe & Einheit vereinen.

LOVE IS THE LAW,
DIE O.

 

THOTH TAROT

In meinem Projekt führe ich dich durch den Thoth Tarot von Aleister Crowley. Es ist eine Reise durch unser inneres wie äußeres Bewusstsein. Der  Tarot ist eine Bibliothek und Pinakothek der Seele – die 78 Karten werden dir dein Leben lang dienen.

 

NEUE BLOGPOSTS

VENUS KOLUMNE

Venus gilt als die Göttin der Natur und des Tarots. Meine Kolumne, mit der ich dich durch den Tarot begleite, trägt den Namen der Lichtbringerin. Hier findest du das Tagebuch über die Reise durch die 78 Karten der Liebe.

 

 

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