Zwillinge | #1 – Das Tierkreiszeichen Zwillinge

Zwillinge | #1 – Das Tierkreiszeichen Zwillinge

 

Wenn der Zeiger der Sonnenuhr in das Tierkreiszeichen der Zwillinge steigt, betritt die Sonne die letzten 30° des schöpferischen Frühlings, die einen Wechsel der Kraft einleiten. Der mit dem kardinalen Feuerzeichen Widder beginnende Frühling geht in den Sommer über, der mit dem kardinalen Wasserzeichen Krebs seinen Lauf nimmt. In den Zwillingen wird der kreative Schöpfungsprozess der Natur, das aufsteigenden Bewusstsein des Morgens, vollendet. In dieser Zeitqualität erfährt sich die Seele in einer Fülle hervorgebrachter Kreationen und bereitet sich auf einen Wechsel ihrer Kraft vor, um im Wandel der Zeit nicht im Stillstand zu verharren.

Der Herrscher dieser Tierkreisenergie ist Merkur. Als Hermes Trismegistos zeigt er mit einer Hand nach oben in den Himmel und mit der anderen hinab auf die Erde. Wie im Himmel, so auf Erden. Er erinnert uns an die zwei Pole eines jedes Seins, durch deren Teilung hindurch sich die Kreation und Schöpfung offenbaren können. Die Sonne ist der große Wanderstern unseres Bewusstseins. Sie wandert von Osten in den Westen, von oben nach unten. Die vier Sonneneckpunkte des Jahreskreislaufs, die durch die Wechsel der Jahreszeit kennzeichnet werden, bestimmen den Bewusstseinsraum, durch den hindurch wir uns in Ewigkeit wandeln.

 

Die maximale Ausdehnung der Sonnenkraft wird in den letzten 30° des aufsteigenden Frühlingsbewusstsein, im Tierkreis der Zwillinge, erfüllt. Bis zur Sommersonnenwende, die am Ende der Zwillinge in den Krebs überleiten wird, wandert die Sonnenkraft augenscheinlich nordwärts bis sie ihre Kraft in weitester Entfernung ausgebreitet hat und uns den längsten Tag des Jahres schenkt. Dieser Moment kennzeichnet den höchsten Pol der vertikal aufstrebenden Sonnenkraft. Sobald dieses Maximum erreicht ist, sinkt die Sonnenkraft wieder und strebt in Richtung des Südens zurück, um dort das polare Spiegelbild zu ihrer Ausdehnung zu bilden. Sie zeigt sich in ihrer konzentriertesten und verborgensten Kraft.

Die astrologische Glyphe der Zwillinge zeigt zwei in entgegengesetzte Richtungen strebenden Kräfte, die sich exakt spiegeln. Sie symbolisieren die beiden polaren Energieströme des inneren wie äußeren Bewusstseins. Eine Kraft nimmt zu, eine Kraft nimmt ab. Eine Energie gibt, eine Energie nimmt. Sie Zwillinge vereinen in ihrer Polarität die beiden fundamentalen Kraftströme, die aus einer Quelle heraus emanieren, um sich durch ihre Wechselspiel ihrer Selbst zu erfahren, zu begegnen, zu formen und zu schöpfen.

Die Zwillinge symbolisieren die analytische Intelligenz der Weltenseele, die uns bemächtigt, die Kreationen der Schöpfung voneinander zu differenzieren, um sie als eigenständige Organismen und Details des Bewusstseins wahrzunehmen. Durch die analytische Kunst der Differenzierung schöpfen wir in unserer Wahrnehmung die Formen, Worten, Dimensionen, Farben, Ideen und allen anderen Details, die aus dem Allbewusstsein hervortreten, um sich zu offenbaren. Die Zeitqualität des Weltengeistes zeigt in den Zwillingen eine von Schöpfungen erfüllte Natur. Dieses Bewusstsein spiegelt sich in der Seelenqualität auf Erden. An dieser Stelle ist es unserer Aufgabe, die einzelnen Bestandteile zu erfassen, zu analysieren, zu verstehen, zu strukturieren und miteinander zu vernetzen.

Die Zwillinge, die im Tarot durch „ATU VI – Die Liebenden“ symbolisiert werden, stehen für einen schnellen, kreativen, inspirierten Geist, der die Kommunikation schätzt. Getreu ihrem Naturell erfahren sich Zwillinge durch Polarität. Sie brauchen die Spiegelbilder im Außen, mit denen sie in Interaktion treten können, um durch den gemeinsamen Austausch von Informationen erfüllt zu werden. Wesen auf Erden, die eine starke Verbindung zu der astralen Zwillingsenergie des Himmels haben, sind von einem Wissens- und Informationsdrang belebt, der sie zu flinken Geistern unter der Herrschaft von Hermes, dem Planetengott der Zwillinge werden lässt.

 

Zwillinge sehnen sich nach Freiheit, sind schnell in ihren Handlungen, leben gerne unabhängig und zeigen sich bewegungsfreudig. Ein Zwilling braucht Abwechslung, Information und Kommunikation. Ihre Seele muss wie der Frühling, der seine Schöpfung vollendet hat, mit einer Vielzahl von Eindrücken befüllt sein, damit sie ihrem Naturell, der Vernetzung von Informationen nachgehen können und sich in der Entfaltung ihrer Seelenkraft erfahren. Zwillinge findet man in einer Vielzahl von Unternehmungen wieder. Die Luftenergie, die sie in sich tragen, meidet den Stillstand und muss immer wieder mit Prozessen der Informationsverarbeitung konfrontiert werden, um den Geist lebhaft zu halten.

Sie leiten den Übergang in den Sommer ein. Diese Qualität entfernt sich vom Tiefgang in die Unterwelt, denn sie offenbart ein kunterbuntes Bewusstsein voller Kreation und Schönheit. Das Bewusstsein der Zwillinge fühlt sich an der Oberfläche wohl und sucht nicht im Verborgenen. Der schnelle Geist dieser Energie will möglichst viele Eindrücke erfassen, Details aufnehmen, Neues erfahren und sich stetig wandeln. Ein langer Abstieg in die dunkle Tiefe des Bewusstseins liegt ihnen meist fern.

Das Interesse der Zwillinge ist vom Zeitgeist geprägt, der in ihrem Wesen eine starke Wirkung zeigt. Die beiden entgegengesetzten Kräfte im astrologischen Symbol der Zwillinge symbolisieren das Streben in die Vergangenheit und das Streben in die Zukunft, zwischen denen sich die Weltenseele im Hier & Jetzt erfährt. Für Zwillinge zählt das „Hier & Jetzt“. Sie verharren weder in der Vergangenheit noch verlieren sie sich in der Zukunft, ihr Geist befindet sich inmitten dieses polaren Spannungsfeldes und hat seinen Fokus auf die gegenwärtige Momentaufnahme gelegt. Das erklärt das interessierte Verfolgen des aktuellen Zeitgeschehens. Sie erfahren sich durch Trends, Veränderungen und streben stets einem Ziel entgegen, das sich erreichen lässt, um möglichst schnell wieder ein neues Problem erkennen und lösen zu können.

Im Tarot wird die Energie durch „ATU VI – Die Liebenden“, die den hebräischen Buchstaben Zayin trägt, sowie durch die drei kleinen Arkana Acht der Schwerter, Neun der Schwerter und Zehn der Schwerter darstellt.

 

Love is the law,
die O.

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