16. Januar 2021

ATU XV | #1 – Das Geheimnis des Teufels

 

Hi, ich bin O. Schön, dass du hier bist. „ATU XV – Der Teufel“ gilt im Tarot als der okkulte Hauptdarsteller und repräsentiert im Kalender der Weltenseele die Geburt des Lichts im Tierkreiszeichen Steinbock. In diesen Zeilen erfährst du mehr über die himmlischen und irdischen Charakteristika dieser Tarotkarte. In späteren Texten verrate ich dir mehr Details über die Tarotkarte.

Love is the law,

die O.

 

Wie im Himmel,…

Die Mitternacht

Im Kalender der Weltenseele symbolisiert „ATU XV – Der Teufel“ das Tierkreiszeichen Steinbock, das mit Solstitium beginnt. Zur Wintersonnenwende zeigt der Sonnenzeiger in die Mitternacht der Jahresuhr, in die tiefe Dunkelheit der Weltenseele. In dieser Zeitqualität wirkt es, als würde das Bewusstsein der Natur innehalten, denn unsere Erde begibt sich in absolute Stille, Meditation und regenerative Ruhe. Alles folgt dem Lauf der Sonne, die zum Winterbeginn den Tiefpunkt des Südens erreicht und mit ihrer Anziehungskraft alle Kreationen des irdischen Bewusstseins hinab in die Tiefe des Seins zieht.

Die Bäume sind kahl, es ist bitterkalt, düster und würden wir eine Farbenpracht in der Natur entdecken, würde sie uns im Vergleich zum Frühling oder Sommer als wahres Wunder erscheinen und das wäre sie auch, denn anstatt eines Gartens voller farbenfroher Pflanzenkreationen, trägt die Erde zum Winterbeginn eine kühle, triste, leblose und steinige Maske der Dunkelheit.

Der Steinbock, der Teufel im Tarot, steht in der Erdtrilogie im Zodiak für das kardinale Element. Im Steinbock zeigt unsere Erde nicht die Fülle der Kreationen wie im Tierkreiszeichen Stier, noch können wir die Schöpfungen ernten, wie im Tierkreiszeichen Jungfrau. Der Steinbock ist die Essenz, aus der die Manifestationen unserer Erde hervorgehen – der in der Materie verborgene Geist.

 

SOLSTITIUM

Der Begriff Solstitium, der der beiden polaren Sonnenwenden im Jahreskreislauf bezeichnet, bildet sich aus den lateinischen Worten Sol (Sonne) und sistere (stillstehen). Es bedeutet so viel wie „Der Sonnenstillstand“, das Innehalten des schöpferischen Lichts.

Du kannst dir den Jahreskreislauf, den Tarot, als Kreislauf des schöpferischen Atmens des Bewusstseins vorstellen. Das Bewusstsein unserer Welt atmet das Licht ein und es atmet es wieder aus, im ewigen Kreislauf seiner selbst. Mit dem Ausatmen beginnt die Natur, die Kreationen hervorzubringen, mit dem Einatmen nimmt sie sie wieder in sich auf. Die Wintersonnenwende ist der Zeitpunkt in diesem Kreislauf, in dem die Weltenseele die Lichtkraft bis in ihre Tiefe einatmet und für einen kurzen Moment im Verborgenen hält. In diesem Moment begibt sich die Natur in absolute Ruhe. Es ist ein kurzer, doch wichtiger und für die nächste Runde kraftgebender Augenblick der Meditation unserer Erde.

 

„In der Dunkelheit wird das Licht geboren.“

 

Aus dieser Dunkelheit und Stille heraus emaniert das schöpferische Licht, der Lebensatmen, um sich einer neuen dynamischen, schöpferischen und kreativen Wandlung hinzugeben. So wie du deinem Atmen für einen kurzen Moment in deinem verborgenen Inneren hältst, bevor du wieder ausatmest, so gerät der schöpferische Atmen des Jahreskreislaufs zur Wintersonnenwende in den Stillstand, um in der Ruhe und Meditation seiner Selbst die Kraft für eine neue Umdrehung und Kreationsphase zu finden.

Die Zeitqualität Steinbock – der Teufel im Tarot – symbolisiert die Geburt des Lichts, denn nach der Wintersonnenwende breitet sich das schöpferische Licht unseres Bewusstsein, die Sonnenkraft des Himmels, mehr und mehr aus. Die Lichtkraft erhebt sich und steigt in den Norden des Bewusstseins hinauf, um die Kreationen aus der Tiefe zu heben. Die Tage werden länger und das Bewusstsein unserer Erde initiiert einen neuen schöpferischen Prozess, durch den hindurch im Laufe eines Jahres alle Schöpfungen an die Oberfläche steigen, um ihre Idee und Schönheit zu offenbaren.

ATU XV | Das Geheimnis des Teufels

Auf ATU XV begegnet uns der okkulte Hauptdarsteller des Tarots. Der Teufel ist ein Symbol der Zeugungskraft unseres Geistes, die im Tarot eine solch große Bedeutung hat, dass Aleister Crowley nicht zurückhaltend war und sie im Thoth Tarot als prächtigen Phallus darstellt, der die Erde und den Himmel der Weltenseele durchdringt. Der Teufel symbolisiert PAN (ATU O) als Pangenitor. Pangenitor bezeichnet den All-Erzeuger und Schöpfer unseres Bewusstseins. Auf seinem Haupt trägt er zwei enorme Hörner, die neben der Dualität, durch die hindurch sich der Wille entfaltet, ebenso die schöpferische Spirale des Universums repräsentieren. Die gewaltigen Hörner sind wie der Phallus und der große Stab mit der geflügelten Sonnenscheibe Sinnbilder der Schöpferkraft, dem solaren Willen der Kreation. Der Teufel symbolisiert die verborgenen Kraft in unserem Inneren, aus der heraus alle Kreationen unseres Bewusstseins hervorstreben, die als Idee und Abbild des Selbst in Erscheinung treten. Er ist die Zeugungskraft unseres Bewusstseins.

Auf dem Hintergrund der Karte zeigt sich eine Essenz, die sich über das gesamte Bild verteilt und beginnt, Formen zu bilden. Es ist die Essenz der Zeugungskraft des Geistes, die aus der „Ejakulation“ unserer inneren Schöpferkraft hervorgeht und beginnt, sich zu entwickeln, um in Erscheinung zu treten. Der Phallus der Karte durchdringt den Himmel der Weltenseele, der durch Wasser symbolisiert wird, um darzustellen, dass unser schöpferischer Geist – einmal ausgebrochen – die Matrix unseres Bewusstseins penetriert und sich durch sie hindurch in wahrnehmbare, definierbare Formen manifestiert.

Die Symbol des Winters ist wichtig für diese Tarotkarte, ebenso sind steinige, hohe und unfruchtbare Berge ein Sinnbild des Bewusstseins, in dem der Teufel agiert. Der Impuls, den er im Tarot repräsentiert, ist selbsterzeugend und sich selbst genug. Er braucht keine Bedingung zur Schöpfung seiner Manifestationen als sich selbst und seine Schöpferkraft.

Der 26. Pfad: Die Intelligenz der Erneuerung

Die Tarotkarte repräsentiert den 26. Bewusstseinspfad auf unserer Seelenreise. Dieser Weg verbindet die Sephiroth Tiphareth und Hod. Durch diesen Kanal kommuniziert die Mentalebene mit dem Zentrum der Weltenseele, um so die Kreationen des Geistes in Erscheinung treten zu lassen. Hod ist die Sphäre der Analyse, der Sprache, der Wissenschaft, des Verstandes. Durch Hod nehmen wir unsere Gedanken, Ideen, inneren Bilder wahr, sowie wir durch Hod unsere Worte formen und die hervorgebrachten Erscheinungen einordnen. Auf diesem Seelenweg lernen wir eine bewusste Auseinandersetzung mit der Schöpferkraft unserer inneren Gedankenkraft, durch die hindurch wir unser Bewusstsein und unsere Wahrnehmung kreieren.

Es heißt, dass dem 26. Pfad im kabbalistischen Lebensbaum die Intelligenz der Erneuerung innewohnt. Erneuern wir unsere Gedanken, erneuern wir unsere Wahrnehmung und die Projektionen, die uns als Spiegelbilder unserer Selbst im Außen begegnen. Wir können der Bedeutung dieser Intelligenz durch die Beziehung zwischen Erde und Sonne im Tierkreiszeichen Steinbock näherkommen, das durch den Teufel im Tarot symbolisiert wird.

Im Tierkreiszeichen Steinbock, zur Wintersonnenwende, erreichen wir den tiefsten Punkt unseres Bewusstseins. In dieser Zeitqualität hüllt sich unsere Bewusstsein in Dunkelheit, Stille und Meditation. Die Nacht durchdringt die Weltenseele und die Sonne zeigt sich nur wenige Stunden an unserem Himmel. In dieser Tiefe und Stille wird das Licht geboren, denn ab diesem Moment strebt das Sonnenlicht augenscheinlich wieder in die Höhe. Die Natur beginnt einen neuen Jahreskreislauf, sie initiiert eine dynamische Reise und Wandlung ihrer Selbst. In diesem Moment, verborgen in der Tiefe des Winters, beginnt der Ausatmungsprozess der Weltenseele, das Auge des Lichts öffnet sich und erneuert sich durch einen neuen schöpferischen Ausbruch.

 

Ayin | Das Auge

Die hebräische Glyphe, die diesem Seelenweg zugeordnet ist, lautet Ayin. Das Auge. Es ist das geöffnete, doch verborgenen Auge unserer Seele des schöpferischen Lichts, das sich im ewigen Kreislauf seiner Selbst durch Vervielfältigung seiner Selbst erneuert. Auf diesem Pfad ist es das schöpferische Licht der Gedanken- und Manifestationskraft. Der Teufel auf der Tarotkarte trägt das göttliche Augen der Kreation zwischen seinen prächtigen Hörnern, um zu symbolisieren, dass das Licht der Einheit sich in Dualität begeben muss, um zur Erkenntnis zu gelangen. Die Dualität, die durch die Einheit getragen wird, um in der Gestaltung der Glyphe zum Ausdruck.

Das Besondere an Ayin ist, dass der Buchstabe des Flammenalphabets nicht nur den Seher selbst – unser wahrnehmendes Bewusstsein – kennzeichnet, sondern ebenso die Urquelle, aus dem dieses Bewusstsein hervortritt wie auch das, was wir wahrnehmen: Die Materie. Ayin lehrt uns, dass beides – Geist und Materie – aus der gleichen Quelle hervortreten und sich teilen, um sich durch ihre Polarität zu erfahren. Als Symbol der Manifestationskraft liegt in dem Buchstaben die Weisheit verborgen, dass das, was wir in Manifestation wahrnehmen, einem Abbild unseres Geistes entspricht und aus diesem emaniert.

…, so auf Erden.

Der Teufel symbolisiert den okkulten Hauptdarsteller unseres Bewusstseins, das ausbrechende und sich in Dualität bewegende Licht der Schöpfung, dem die Manifestationskraft unseres Geistes innewohnt. Diese Kraft emaniert einer unbewussten, in unserer Tiefe verborgenen Quelle und durchdringt unser Bewusstsein wie eine Linie ohne Anfang und ohne Ende, doch ist diese Linie zugleich zweifach in ihrer Natur, denn der schöpferische Wille trägt die Dualität bereits in sich – die Erfüllung eines Willens bedingt, von einem Punkt an den anderen zu streben. Die Zeugungskraft tritt als Essenz zum Vorschein, doch wohnen dieser Essenz bereits alle Informationen ihrer Manifestation inne sowie alle Kräfte, die sie für ihre Enthüllung benötigt.

Der Teufel symbolisiert die schöpferische Kraft unseres Ich-Bewusstseins, das kraftvoll aus der okkulten Quelle unseres Bewusstseins hervortritt, um sich den Weg durch unsere Wahrnehmung zu bahnen. Der Steinbock, das Symboltier des Teufels, ist ein Gipfelstürmer. Du kannst dir den Willen der Kreationskraft vorstellen wie die Bewegungg und das Verhalten des Steinbocks. Der Steinbock verlässt mit Sonnenaufgang seine dunkle Höhle und folgt dem Lauf der Sonne bis auf den Gipfel hinauf. In diesem Wesen wirkt der Drang, sich einer Herausforderung hinzugeben, denn ein Steinbock wählt immer den steilsten Weg, sei er noch so steinig.

So bahnt sich auch unser unbewusster Wille seinen Weg hindurch in unser Bewusstsein, bis er – wie der Steinbock – auf dem höchsten Punkt des Gipfels unter freien Himmel und im Zentrum der Wahrnehmung thront. Diesem Bewusstsein unserer Seele, dem Bewusstsein der Erneuerung, wohnt die Magie inne, sich zu erweitern – so wie der Bewusstseinsraum mit dem Aufstieg des Steinbocks erweitert wird, denn je höher er den Berg erklimmt, umso weiter wird der Bewusstseinsraum, in dem sich das Gebirgstier wahrnehmen kann. Die Hörner symbolisieren neben der Dualität unseres schöpferischen Willens auch die Widerstandsbereitschaft, die die Manifestationskraft generiert, sollten sich ihr Hindernisse in den Weg stellen. So wie der Steinbock zur Not bereit ist, seine prächtigen Hörner zu neigen, so ist auch unserer innere Schöpferkraft bereit, für ihre Erfüllung zu kämpfen.

Ich hoffe, dass du durch diese Zeilen einen ersten Überblick über diese Tarotkarte und ihre Bedeutung gewinnen konntest. Bald mehr dazu : )

 

Love is the law,
die O

Der Thoth Tarot von Aleister Crowley

In meinem Projekt schreibe ich über den Thoth Tarot von Aleister Crowley und alle Themen, die damit in Verbindung stehen.

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Fische | #1 – Das Tierkreiszeichen Fische

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